Gedicht ohne Titel

Reisende
bin ich
unterwegs in meiner Zeit
wandere ich
suchend und fragend
manchmal findend
den Flügelschlag der Libelle oder das große Kreisen des Milans

Forschende
bin ich
hauthungrig und erkenntnisdurstig
spüre ich dem Geheimnis nach
deinem und meinem
im Rhythmus unserer schlagenden Herzen

Dankende
bin ich
beschenkt mit Gefährten
die mit mir ziehen
und auch in den kalten Nächten
mit mir in den Himmel blicken
auf den Stern wartend
den einen hellen
der das Wunder trägt.

Andrea Hetmanczyk

Newsletter 26.08.2022

Liebe blau.ART Interessierte!

Vor einiger Zeit begegnete mir in einer Fernsehsendung ein etwas satirisch angehauchter Beitrag über den Unterschied zwischen Urlaub machen und Reisen. Im Urlaub, so der augenzwinkernde Grundton des Beitrags, suche der Mensch das Vertraute in der Fremde, wohingegen beim Reisen die Konfrontation mit dem Unvertrauten im Vordergrund stehe. Ich musste feststellen, dass ich selbst diese Begriffe meistens synonym gebrauche, ohne mir über deren tiefere Bedeutung weitere Gedanken gemacht zu haben. Dies wollte ich ändern und habe mich auf die Reise begeben, diese Begriffe für mich zu durchdenken und zu differenzieren.

Ich stelle fest, dass Urlaub machen für mich weniger ein räumlicher, als ein zeitlicher Aspekt ist. Urlaub machen bedeutet für mich, Zeit im Überfluss zu haben, nichts müssen zu müssen sondern den Tag als ein Geschenk zur freien Verfügung betrachten zu können. Dafür muss ich nicht einmal in die Ferne ziehen, einen Urlaubstag kann ich ganz wunderbar im Atelier mit kreativer Muse verbringen, auf meiner Terrasse mit einem Buch unterm Sonnenschirm oder oder oder…

Manchmal möchte ich auch gerne Urlaub von mir selbst machen. Von meinem inneren Taktgeber, der mich daran erinnert, was alles noch nicht erledigt, noch nicht gemacht, noch zu tun wäre und schließlich ganz oben auf der To-Do-Liste stünde…
Auch meine Krähengedanken, die im Wipfel des Baumes neben meinem Küchenfenster sitzen und vom Nicht-gut-genug, nicht-schön-genug, nicht-schlau-genug krächzen, würde ich gerne von Zeit zu Zeit in einen rostigen Reisebus setzen und in ein weit entferntes Land irgendwo hinter den sieben Bergen etc. verfrachten.

Da leider sowohl die Krähen, als auch der Taktgeber zu meinen innerpersönlichen Mitbewohnern gehören, werde ich wohl nicht drumherum kommen, sie in mein Gepäck zu integrieren, wenn ich mich auf den Weg mache, um tatsächlich auf Reisen zu gehen.

Auf Reisen zu gehen bedeutet, die vertraute Umgebung zu verlassen, sich aus seiner Komfortzone des Alltags zu bewegen, Grenzen zu überschreiten und manche (Hemm)Schwelle zu überwinden. Wenn ich reise, erweitere ich den Horizont meiner bisherigen Erfahrungen, öffne mich für neue Eindrücke und Begegnungen, mit anderen Menschen, fremden Kulturen und mit mir selbst. Und wenn ich reise, begebe ich mich möglicherweise in Gefahr, gerate in unvorhergesehene Situationen, muss mich konfrontieren mit Erfahrungen, die ich im Alltag eher ausblenden oder vermeiden würde und die meine bekannten Bilder und Vorstellungen ganz grundlegend erschüttern können.

Ich stelle fest, dass diese Form des Reisens sowohl auf den tatsächlichen Vorgang des Verreisens zutrifft, als auch auf die kreativen Schaffensprozesse, wie ich sie in der Malerei erlebe. Die kreative Auseinandersetzung mit einem Thema oder die Annäherung an ein künstlerisches Projekt bringen mich immer wieder an meine Grenzen, eröffnen mir Erfahrungshorizonte und Begegnungen mit mir selbst und anderen im Austausch. Auch lauert immer die Gefahr des Nichtgelingens, vielleicht sogar des Scheiterns im kreativen Tun. Gerade diese Momente sind es jedoch auch häufig, die einen ganz neuen Zugang, eine Sichtweise aus einer anderen Perspektive erfordern, und mich, wenn ich mich darauf einlasse, in das „Weiße Land“ führen, das von mir erforscht, erlebt und erschlossen werden möchte. 

Es grüßt Euch Andrea Hetmanczyk mit dem blau.ART Team

"Schmunzelväschen"

Ein "Familienfoto" der kleinen Väschen aus dem Atelier.
Gerade richtig für ein kleines Gartenblümchen, als Mitbringsel oder zum selber dran freuen auf den Küchentisch.
Die Väschen gibt es im Atelier blau.ART in verschiedensten Ausführungen zu kaufen.

 

Samstag, 10.9. Figürliches Arbeiten mit Ton

Kreative Angebote im blau.ART findet Ihr immer aktuell auf unserer Website.

Für die Töpfertage im September gibt es einen Thementag:

Samstag, 10.9. Figürliches Arbeiten mit Ton 
Wir wollen uns an das Modellieren eines Gesichtes oder einer Büste wagen. Von einfachen Studien bis zu einem größeren Projekt ist alles möglich und auch für Anfänger geeignet.
Es besteht die Möglichkeit, am Sonntag, den 11.9., weiter am Projekt zu arbeiten.

10.00 - 16.00 Uhr 

Kosten 50 € (zusätzlich Material nach Verbrauch und Brennkosten)

Anmeldung:
per Mail hartmann@atelierblauart-ulm.de, per Handy / WhatsApp 0176 - 82 63 38 04